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Geschichte des Theravada-Buddhismus
Buddhas Leben
Der historische Begründer des Buddhismus heisst Siddharta Gautama und er bekam erst in der Nacht der Erleuchtung den allgemein bekannten Ehrentitel "Buddha" (= der Erleuchtete). Er wurde um 563 v. Chr in Lumbini, dem heutigen Rummindei, geboren.
Der Sage nach hatte sich Buddha vor seiner Geburt lange im Thusitha-Himmel, dem Götterhimmel aufgehalten und stieg dann daraus hinab. Im Moment der Empfängnis erleuchtete ein Lichtschein die Welt und die fromme Maya hielt sich von da an noch mehr als schon zuvor vom Unrecht fern. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme und nach 10 (!) Monaten gebar sie ihren Sohn stehend und, weil beide so rein waren, nicht besudelt durch Blut oder sonstige Körperflüssigkeiten.

Siddharta machte als erstes sieben Schritte in jede Himmelsrichtung und symbolisierte somit seine geistige Weltherrschaft. Nach sieben Tagen starb Maya und ihre Schwester wurde seine Ziehmutter.

Siddharta verbrachte eine unbeschwerte Jugend und mit 16 Jahren wurde er verheiratet, was für die damalige Zeit durchaus normal war. Seine Frau gebahr ihm einen Sohn namens Rahula.

Als Siddharta 29 Jahre alt war, resultierte aus seiner längeren religiösen Suche die Hauslosigkeit. Er verliess seine Frau und seinen kleinen Sohn und unter einem Jambu-Baum auf einem Acker wurde ihm in seiner ersten Meditation klar, dass die ideale Lebensform auf dem Weg zur Erlösung das Leben eines Bettelmönches sein würde.

Während den sechs Jahren, in denen er nach einem Lehrer suchte, erlernte er die (Yoga-) Meditation und die extreme Askese und ging anschliessend nach Uruvela an den Fluss Nairajana bei Bodh Gaya. Dort fand er unter einem Feigenbaum (Bodhi-Baum) seine Erleuchtung und wurde erst hier zu "Buddha".

Buddha hatte damit die Ruhe für sich gefunden und erst auf intensives Drängen von anderen entwickelte er seine Lehre während einer Meditation.

Nach seiner Erleuchtung zog Buddha weiter in die Ganges-Ebene und hielt bei Benares die erste Predigt. Hier kam das "Rad der Lehre" in Bewegung, seine 45 Jahre andauernde Lehrtätigkeit, die ihre Blüte im Ganges-Becken hatte, begann. In dieser Zeit bekam er viele Anhänger und der Mönch Ananda wurde sein persönlicher Diener, der nur unter der Bedingung beigetreten war, immer und überall über die Lehren Buddhas informiert zu werden.

Als es seinem Ende zuging, hielt Buddha sich gerade ausserhalb von Kushinagara auf. Er nahm Abschied von seinen Jüngern, entblösste seinen Körper (Vergänglichkeit alles Irdischen) und hinterliess eine letzte Mahnung zur Vervollkommnung und zur Bewahrung des Dhamma. Als er daraufhin starb, wurde er verbrannt und seine Überreste in einem Grabhügel (einem Stupa) beigesetzt, der bis heute eine archäologische und religiöse Stätte ist.








Entwicklung des Buddhismus nach Buddhas Tod
Buddha hatte nur seine Lehre hinterlassen und das führte bald zu Unstimmigkeiten, denn die Autorität von Ananda in Lehrfragen war sehr umstritten. Damit man sich in wichtigen, aber oft komplizierten Fragen verständigen konnte, wurden gelegentlich Konzilien einberufen, bis heute sind es sechs. Drei davon fanden in den ersten Jahrhunderten nach Buddhas Tod statt, das erste bereits vier Monate danach in Rajagaha. Man sammelte die Lehrreden(Dhamma) und Ordensregeln (Vinaya) des Buddha und legte die Grundlage für den Pali-Kanon.

Das zweite Konzil wurde rund 100 Jahre später nach Vaishali einberufen. Vor allem die Regeln der Mönchsgemeinschaft wurden dort diskutiert, da es schon zur Bildung verschiedener Gruppierungen mit unterschiedlichen Auslegungen der ursprünglichen Regeln gekommen war. Es wurde viel gestritten, aber schlussendlich einigte sich die Versammlung im Sinn der alten Tradition. Die Orthodoxen, auf die alte Lehre bestehenden Mönche nannten sich damals das erste Mal "Theravadins" (später Hinayana). Ihre Gegner aber nannten sich "Mahasanghikas" (später Mahayana), Vertreter der grossen Gemeinde. Sie nahmen die Beschlüsse der Versammlung nicht an.

Das dritte Konzil trat erst 253 v. Chr. unter der Schirmherrschaft des König Ashoka und dem Vorsitz des Mönchs Moggaliputta Tissa in Pataliputra (Patna) in der Gangesebene zusammen mit dem Ziel, sich wieder auf eine einheitliche buddhistische Lehre zu einigen.



Wie oben schon erwähnt, tagte dieses dritte Konzil während der Herrschaft des indischen Kaisers Ashoka, der sich zum Buddhismus bekehrt hatte. Er führte anfangs viele Kriege, merkte aber schnell, dass sich das nicht mit den Grundregeln des Buddhismus vereinbaren liess. Er gestand in grossen Edikten, die auf Felsen eingeschrieben wurden, öffentlich seine Schuld ein und forderte alle auf, friedfertig zu leben.

Buddha, die ersten Konzilien und auch die Entwicklung der Lehre liessen den Buddhismus immer weiter über den indischen Subkontinent wachsen. Indien blieb dabei zwar immer der geografische Bezugspunkt, aber die einzelnen Länder und Gebiete wurden auch "eigenständig geprägt". Bereits in der 2. Hälfte des 3. Jh. V. Chr. öffnete sich der Weg über Sri Lanka nach Südostasien in die heutigen Theravada-Länder, auf die sich unsere Arbeit konzentriert. Dieser "südliche Buddhismus" ist heute in Sri Lanka, Burma, Thailand, Kambodscha und Laos verbreitet. Hier wird nur von Sri Lanka berichtet, da die Mönche des buddhistischen Zentrums in Brugg von dort kommen.

Zur Zeit des Herrschers Devanampiyatissa begann der Mönch Mahinda, den man in der buddhistischen Tradition als Sohn Ashokas annimmt, die Missionierung der Insel, indem er dort das erste Mönchskloster aufbauen liess. Weiter wurde schon Ende des 1. Jh. v. Chr. im Kloster von Alu Vihara die Überlieferungen in Form eines Kanons sowohl in mittelindischer Pali- als auch Kommentare in singhalesischer Volkssprache niedergeschrieben, damit der Dhamma immer erhalten bleiben würde. Dieser Pali-Kanon, der z. T. noch heute handschriftlich kopiert wird, hat für den Theravada-Buddhismus eine sehr grosse Bedeutung. Wichtig für Sri Lanka als Zentrum des Theravada-Buddhismus ist auch der Mönch.



Buddhagosa, der sich im frühen 5. Jh. in Anuradhapura niederliess. Er führte für die Kommentare des Pali-Kanons Pali anstatt Singhalesisch ein und machte dadurch Pali zur Sakralsprache, wie das in der christlichen Kirche das Latein war, was eine erleichterte Kommunikation auch über Sprach- und Landesgrenzen hinweg ermöglichte. Ausserdem schrieb er ein Werk: Visuddhimagga, der "Weg zur Reinheit". Es kann als Kurzfassung und Vereinfachung der ganzen Theravada-Lehre betrachtet werden und stellt auch einen "Leitfaden zur Meditation" dar, wodurch Buddhagosa "der Systematiker des Theravada schlechthin" wurde. Im Gegensatz zum Mayahana- bleibt der Theravada-Buddhismus durch diese Vereinheitlichung der Sprache ziemlich homogen bestehen, was auch damit zusammenhängt, dass immer wieder Mönche aus anderen Theravada-Ländern herbeigeholt wurden, um den Orden zu sanieren. In der zweiten Hälfte des 1. Jt. n. Chr. kamen dann mahayana-geprägte Weisheitsschulen und Anhänger des buddhistischen Tantras nach Sri Lanka, seit dem 8. Jh. sind auch hinduistische Einflüsse festzustellen. Zu Beginn des 13. Jh griff der südindische Herrscher Magha Sri Lanka an und neben der Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen traf es auch den Buddhismus hart. König Parakramanabahu II. (1236-1270) erreichte daraufhin durch seine erneute Renaissance nur zum Teil die "Blüte von früher". Ein Rückgang des Mönchtums war die Folge, auch gab es weltliche Mönche, die z. T. sogar Frauen und Kinder hatten! Der Theravada-Buddhismus erlebte einen weiteren Rückgang mit der europäischen Kolonialherrschaft zunächst durch Portugiesen und Holländer (16. -17. Jh.) und schliesslich durch die Engländer (1798-1948). Seit der Mitte des 18. Jh. führten die schlechten Zustände und Entwicklungen zu ersten Reformen mit Hilfe von Mönchen aus Burma und Siam. Besonders wichtig ist auch Anagarika Dhammapala (1864-1933), der die "Maha-Bodhi-Society zur Wiedererstarkung des Buddhismus" unterstützte. Heute sind rund 70% der Bevölkerung auf Sri Lanka Buddhisten, das sind ca. 13 Millionen.



Die Lehre des Buddha
Die vier edlen Wahrheiten (Sacca)
Im Zentrum von Buddhas Denken steht das Leiden aller Wesen. Als Kern seiner Lehre hat er in seiner ersten Predigt, mit der er das Rad der Lehre in Bewegung setzte, diese vier grundlegenden Sätze, die "vier edlen Wahrheiten vom Leid", formuliert. Die Wahrheit vom universalen Leiden (Dukkha Sacca)"Alles Dasein, bzw. Leben ist Leid (Dukkha)." Das schliesst nicht aus, dass der Mensch auch glückliche Momente erlebt, aber dieses, für uns zu erreichende Glück ist nie von Dauer.

Entstehung des Leidens (Samudhava Sacca)
Das Leiden entspringt aus dem Lebensdurst, also beispielsweise aus Gier oder Hass. Durch diesen Lebensdurst wird der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen (Samsara) begründet.

Aufhebung des Leidens (Nirodha Sacca)
Das Leiden kann nun auch beseitigt und beendet werden. Diese dritte edle Wahrheit ist die "Erlösungsbotschaft des Buddhismus"und um diese Erlösung zu erlangen, muss der Lebensdurst, die Quelle des Leidens, vernichtet werden. Des Weiteren muss die Unwissenheit besiegt werden, damit die Leidhaftigkeit des ganzen Daseins erkannt werden kann. Dann ist ein neuer Eintritt in den unheilvollen Kreislauf des Lebens (Samsara) nicht mehr möglich. Dieser Zustand wird Nirwana genannt.



Der Weg zur Aufhebung des Leidens (Marga Sacca)
Um das Leiden zu beseitigen und ins Nirwana eintreten zu können, muss der sogenannte achtteilige Pfad (siehe 3.2) begangen werden, ein Mittelweg zwischen "gieriger Lust und asketischer Härte".

Der achtteilige Pfad
Die Weisungen des achtteiligen Pfades sollten nicht so sehr als Gebote verstanden werden, denn bei Nicht-Einhaltung folgt keine Strafe, sondern eher als Ausweg aus dem ewigen Kreislauf der Geburten, dem Samsara. Die acht Regeln sind nicht nacheinander zu befolgen, sondern eher miteinander. Es sind alle von grosser Bedeutung, darum darf man keine vernachlässigen.

Rechte Ansicht (Samma Ditthi)
Das ist die "Erkenntnis und Anerkennung der vier edlen Wahrheiten und die Einsicht, dass das "Ich" keine eigene Substanz ist" (siehe 3.3.1) und dass es im Leben kein ewiges und, dauerhaftes Glück gibt. Das bedeutet, dass man versuchen soll, alles zu sehen, was um einen herum ist, und nicht nur das, was man sehen will.

Rechtes Wollen (Samma Sankappa)

Hier wird die Einsicht verwirklicht, indem man die Befreiung von Begierde und Hass erreichen möchte, "gute Gedanken fördert und schlechte vermeidet".

Rechte Rede (Samma Vacca)
Im Grunde genommen gibt es vier Arten von falscher Rede: "Lügen, Verleumdung, Schimpfen, unnützes Gerede und Klatsch". Diese sind zu vermeiden, da sie Unheil auf die Welt bringen.

Rechtes Handeln (Samma Kammanta)
Schlechte Taten wie Töten, Stehlen, sexuelle Ausschweifungen und Einnahme von Rauschmitteln sollen vermieden und gute Taten vollbracht werden. Wenn ein Mönch gegen eines dieser Verbote handelt, dann kann er aus dem Orden entlassen werden.

Rechtes Leben (Samma Ajiva)

Es soll ein Beruf ausgeübt werden, der moralisch und ethisch ist, anderen keine Nachteile verschafft und niemandem Leid zufügt. So darf zum Beispiel kein Handel mit Waffen oder Lebewesen betrieben werden. Ausserdem darf ein ein Buddhist nicht den Beruf des Schlächters, Metzgers, Jägers, Fischers oder des Henkers ausüben.




Rechte Anstrengung (Samma Sayama)

Mit der rechten Anstrengung werden die "Gemütsregungen, die der Meditation entgegenstehen", also beispielsweise Langeweile oder Lust, unterdrückt. Wer sich selbst kontrollieren kann und den schönen und hässlichen Dingen gegenüber gleichmütig wird, der kommt der Meditation näher.

Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
Die rechte Achtsamkeit ist auch rechte Bewusstheit und bedeutet, dass man den ganzen Körper vom Scheitel bis zur Sohle mit all seinen Einzelteilen und Eigenarten wahrnimmt. Man wird sich aller menschlichen Funktionen wie Atmen, Gehen oder Ruhen bewusst und kontrolliert sie mit Hilfe des Geistes.

Rechte Meditation (Samma Samadhi)

Das ist das Ziel des achtteiligen Pfades, denn erst mit der rechten Meditation überwindet man das Leiden, erreicht die letzte Einsicht und erlangt Freiheit. Die Meditation wird geübt und soll dann im Alltag angewendet werden.
Im Ablauf der Meditation gibt es mehrere Stufen des Sich-Versenkens. Angefangen wird mit einem Nachdenken, das frei von Gier und Lust ist. In hohen Stufen der Meditation wird die Unendlichkeit des Bewusstseins und die Nichtsheit aller Dinge erlebt. Der Zustand der Tieftrance kann ganz am Ende erreicht werden, darin gibt es weder Wahrnehmen, noch Nicht-Wahrnehmen. Diese achte Stufe gibt dem Meditierenden einen Geschmack der Erlösung.

Kamma - Ursache und Wirkung
Kamma, aus dem Sanskrit hergeleitet, bedeutet wortwörtlich "Tat, Wirken". Damit ist das "sinnliche Begehren und das Anhaften an die Erscheinungen der Welt", wie zum Beispiel Gier, Hass oder Ich-Sucht, gemeint. Das Fortwirken des Kammas, das gute und böse Taten bewirkt, bestimmt das Schicksal des jeweiligen Menschen im gegenwärtigen Leben und in zukünftigen Geburten. Sowohl gutes als auch schlechtes Kamma erzeugt die Folge der Wiedergeburten, das Samsara , es ist das verbindende Glied zwischen jetzigem und früherem Leben. Es "entspricht dem Prinzip von Ursache und Wirkung".

Samsara - Das Rad des Lebens

Samsara heisst auf Pali "beständiges Wandern durch die Wiedergeburten". Es ist die buddhistische Bezeichnung für den "ewigen und leidvollen" Kreislauf der Wiedergeburt aller Wesen, der im "Lebensrad" sehr gut veranschaulicht wird: Leben, Tod und Wiedergeburt - Werden und Vergehen. Dieses Lebensrad ist eine Art Bilderbuch der Buddha-Lehre. Das Lebensrad ist dem Betrachter wie ein Spiegel, in welchem er sich selbst erkennen kann. Gleichzeitig ist es auch ein Appell, sein Leben an der Lehre Buddhas auszurichten.


Nirwana - "Verwehen"

Dem Gesetz der Abhängigkeit ist nicht alles unterworfen, es setzt sich nicht alles aus Daseinsfaktoren zusammen und nicht alles unterliegt dem ewigen Kreislauf der Geburten. Denn dann gäbe es keine Erlösung und der ewige Werde- und Leidensprozess würde alles an sich binden. Es gibt einen Bereich ohne Entstehen und Vergehen und er wird von Buddha als Nirwana bezeichnet. "In ihm konzentriert sich seine Vorstellung von Erlösung." Nirwana (Pali: Nibbana) ist Sanskrit und heisst Erlöschen, Verwehen.

Das Nirwana wird ganz unterschiedlich beschrieben. Manche denken, es ist das absolute Nichts und im Nirwana zu verlöschen bedeute, wie eine Flamme zu verlöschen und wie ein Windhauch zu vergehen und dabei auch keine Spuren zu hinterlassen. In diesem Nirwana gibt es keine Realität, man ist kurz gesagt "vernichtet". Andere denken, das Nirwana sei die höchste Realität, ein Zustand der Transzendenz, der im Volksmunde als eine Art "Paradies" oder "Himmel" verstanden wird. Diese zwei Deutungen sind beide einseitig und entsprechen nicht genau dem Nirwana, das Buddha gemeint hat. Er hat sich darüber allerdings nie mit eindeutigen Begriffen geäussert, darum ist eine Definition auch so schwer. Ausserdem ist es eine "Welt" ausserhalb dieser Welt, was eine genaue Festlegung mit unseren Begriffen und kulturellen Hintergründen erschwert. Die wichtigste Aussage von Buddha lautet dazu: das Nirwana ist das Ende des Leids. Sein wichtigstes Bild: das Nirwana ist wie die ausgelöschte Flamme.

Das Buddhistische Weltbild
"Im buddhistischen Weltbild schweben unendlich viele Weltsysteme parallel neben- und ineinander. Jedes der Weltsysteme hat eine Ober-, eine Mittel-, und eine Unterwelt. In der Unterwelt liegen die Höllen, in denen Übeltäter durch ihre Taten Qualen erleiden. Darüber befinden sich die Erdscheibe mit dem Berg Meru als Mittelpunkt. Um den Berg Meru herum kreisen Sonne, Mond und Sterne. Alle diese Stockwerke gehören zur "Region der Begierde". Über diesen Regionen befinden sich Regionen der "reinen Formen" und der "Nicht-Formen". In den Regionen der "Nicht-Formen" leben dort begierdelose Götter. Mit Ausnahme der oberen Himmel der Götter befinden sich diese Welten in einem ständigen Wechsel von Werden und Vergehen. Existierenden Welten werden noch vergehen und in Zukunft werden neue entstehen. Jede dieser Welten dauert eine Mahakalpa. Nicht nur die Zeit ist ohne Anfang und Ende, sondern auch bei den Lebeweisen herrscht ein ständiger Kreislauf, bei dem ihre Existenz ständig verändert wird. Dieser Kreislauf wird auch Samsara (vorüberfliessen, weiterfahren, ins Sein kommen) genannt."

Meditation
Was ist Meditation?
Das Wort Meditation kommt vom lat. "medias" (Mitte) oder/und vom lat. "meditatio" (Nachsinnen, in Gedanken vertieft sein). Unter Meditation versteht man Techniken, die geeignet sind, einen Bewusstseinszustand herbeizuführen, der in entscheidenden Punkten vom normalen Tagesbewusstsein abweicht. Beim Meditieren lenkt man all seine Sinne auf ein bestimmtes Objekt. Dieses Objekt wird allein in die Mitte der Aufmerksamkeit gestellt, es erfüllt unser gesamtes Bewusstsein. Bei einer Meditation konzentriert sich der Meditierende auf einen visuellen, geruchlichen, akustischen oder gedanklichen Reiz. Man bemüht sich alle anderen Reize und Gedanken aus seinem Bewusstsein auszuschliessen.

Was bewirkt Meditation?
Der durch Meditation hervorgerufene Zustand lässt sich medizinisch nachweisen: Bei allen Meditationstechniken erhöht sich die Alphawellenaktivität beim Menschen signifikant messbar. Alphawellen kommen sonst nur bei Zuständen mit tiefer Entspannung oder im Bereich zwischen Wachen und Schlafen zum Tragen. Neben der starken Alphawellenaktivität kommt es bei der Meditation zu einer starken "Glättung" und Synchronisierung der anderen ableitbaren Gehirnstromkurven.


Die Rolle der Meditation im Theravada-Buddhismus
Was: Meditation lässt das Verständnis von der Lehre Buddhas zur eigenen Erfahrung werden. Im Buddhismus ist sie das praktische Mittel, um die Natur des Geistes zu erkennen. Während der Meditation ruht der Geist in sich selbst.
Dieser Zustand wird im Theravada durch das Schaffen von Abstand, durch Beruhigen und Einsgerichtetheit des Geistes erreicht.
Meditation ist ein aktiver, klarer und bewusster geistiger Vorgang. Unser Geist ist wie ein wildes Pferd, das zuerst gezähmt werden muss. Ist der Geist gezähmt, kann er für wichtige Dinge benützt werden. Eigenschaften wie Erbarmen, Liebe, Weisheit können in ständig steigendem Masse entwickelt werden. Richtige Meditation ist die Grundlage richtiges Verhalten.

Ziele/Sinn: Es gibt zwei Ziele, die durch Meditation angestrebt werden: Die Fehler des Geistes abzuschwächen und sie schlussendlich ganz zu beseitigen, sowie die positiven Neigungen des Geistes zu stärken und sie zur Perfektion zu bringen. Meditation fördert innere Ruhe und Achtsamkeit. Man schafft es zunehmend in schwierigen Situationen die Geduld zu bewahren und behält in den Hochs und Tiefs des täglichen Lebens, einen klaren Kopf, man lässt sich nicht mitreissen oder aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch wird man offen für andere, und entwickelt ein besseres Gefühl für sich selbst und den eigenen Wert.
Die spirituellen Ziele der Meditation sind innerer Frieden, ein Zustand des Erleuchtetseins, Selbsterkenntnis und Weisheit.

Voraussetzung: Damit Meditation gelingen kann, muss die Grundlage einer reinen Anschauung und eines reinen Verhaltens vorhanden sein. Um bewusst mit den eigenen Gedanken, Worten und Taten umgehen zu können, muss man ständig bewusst wahrnehmen, was im Geist "abläuft". Man braucht genügend "Raum" im Geist, um den Gedanken und Gefühlen nicht ständig blind und automatisch zu folgen. Dieser Freiraum, der es uns ermöglicht, stets achtsam und bewusst zu handeln, wird Geistesruhe genannt.

Der Zustand von Geistesruhe wird im Theravada durch das Schaffen von Abstand, durch Beruhigen und Einsgerichtetheit des Geistes erreicht.

Arten von Meditation Es gibt zwei Arten der Meditation: Geistesruhe (samatha) und Einsicht (vipassanâ).

Bei der Meditation der Geistesruhe werden Techniken benutzt, die den Geist auf ein einziges Objekt richten, alle zweitrangigen Objekte ausschalten und Stille und 'Einsgerichtetheit' (des Geistes) herstellen. Die Meditation der Geistesruhe ist die grundlegende Art der Meditation.

Beispiele sind Visualisationstechniken und Atembetrachtung. Atembetrachtung: Die Atem-Meditation ist eine der häufigsten Meditationsarten. Als Objekt dient der Atem, denn er ist sehr einfach und natürlich und man kann sich gut darauf konzentrieren. Man versucht seine gesamte Konzentration auf seine Atmung zu lenken, beispielsweise zu spüren, wie sich der Atem in der Nase anfühlt oder wie sich die Bauchdecke hebt und senkt.

Die zweite Meditationsart, die Meditation der Einsicht, enthält Praktiken, die das Gewahrsein entwickeln. Gewahrsein heisst, die Aufmerksamkeit scharf auf das bestimmte Objekt der körperlichen und geistigen Erfahrung zu richten. Man muss sich dessen zu jedem Augenblick bewusst sein. Die Meditation der Einsicht kann letztendlich zur Erleuchtung führen.

Die Fähigkeit, in der Meditation sich selbst zu führen, hängt von der angemessenen Einstellung und dem richtigen Eingestimmtsein während einer Meditationssitzung ab. Diese Fähigkeit wird unterstützt durch das Verstehen der beiden Meditationsweisen. Ist man z.B. während der Meditation der Einsicht überanstrengt oder verspannt, wird ein Wechsel zur Meditation der Geistesruhe den Geist beruhigen und entspannen. Verharrt man dagegen in einer flauen Geistesverfassung, wie es bei der Meditation der Geistesruhe vorkommt, kann man den Geist mit einer Gewahrseinsübung anspornen und ihm neue, untersuchende Schärfe verleihen.
************* ''Bleib nicht stehen,geh weiter'' - (Buddah) *************
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